Die Drei Schleunigen

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Ausseerland

Die Drei Schleunigen bestehen aus 3 kompletten Durchspielen mit Stampfen Paschen, dreimal Singen und Paschen und Walzer.

Aufstellung

Flankenkreis in Tanzrichtung, Tänzerin rechts neben dem Tänzer, Innenhände eingehängt.

1. Durchspiel

Stampfen

zweimal 8 Takte: Die Tänzer legen die linke Hand auf die linke Schulter des Vordermannes. Sie machen in jedem Takt einen gestampften Dreierschritt vorwärts mit starker Betonung des 1. Takviertels. Manche betonen auch hie und da alle drei Viertel, besonders im 15. Takt. Im 16. Takt erfolgt nur ein Stampfer im 1. Taktviertel.

Gleichzeitig gehen die Tänzerinnen mit leicht kniefedernden Schritten vorwärts, je Takt ein Schritt.

Paschen

8 Takte: Die Tänzer stellen sich mit dem Gesicht zur Mitte im Kreis zusammen, die Tänzerinnen bleiben hinter ihrem Tänzer stehen.

Die "Fürpascher" klatschen mit jedem 1., 3. und 5. Achtel in die Hände.

Die "Zuahipascher" (nur wenige) klatschen meist mit jedem 2., 4. und 6. Achtel, manchmal auch wie beim Klatschschema des Ausseer Steirischer|Ausseer Steirischen.

Selten paschen wenige oder nur eine "Dritterer" das "lange Sextern" des Klatschschemas.

Singen

8 Takte: Beim Singen bewegen sich die Tänzer wenig seitschreitend, langsam in Tanzrichtung weiter. Die Tänzerinnen bleiben hinter ihrem Tänzer.

Reihenfolge:

Je 8 Takte Paschen-Singen-Paschen-Singen

dann je 8 Takte 1-, 2- oder 3-mal Paschen.

Ruft der Vorpascher - meist schon zu Beginn des vorherigen Gsätzls - "hüa", wird ohne Unterbrechung 8 Takte lang weitergeklatscht. Dabei wird durchgepascht ("duripaschen"), die Zuahipascher setzen also nicht, wie im Schema ersichtlich, im 2., 4. und 6. Takt ab. Schon der letzte Takt des vorhergehenden Gsätzls wird durchgepascht.

Der Vorpascher kann aber auch, meist nach dem 3. Durchspiel, "hohl" rufen. Dann wird an das normalgepaschte 1. Gsätzl ein mit hohler Hand dumpf gepaschtes Gsätzl angeschlossen, worauf immer noch ein drittes "durchgepaschtes", hell klingendes Gsätzl mit flach gehaltenen Händen zugegeben wird.

Walzerrundtanz

zwei bis 4 mal 8 Takte.

2. Durchspiel:

wie 1. Durchspiel, jedoch andere Melodie

3. Durchspiel

wie 1. Durchspiel, jedoch wird zur Augustinweise die 1. Strope langsam und gedehnt gesungen:

Oh, mei liaber Augustin, Augustin, Augustin,
Oh, mei liaber Augustin, alles is hin.

Hierauf Paschen in schnellem Tempo zur Augustinweise, dann wieder langsam und gedehnt:

Oh mei liaber Augustin, Göld is hin s'Mensch is hin,
Oh, mei liaber Augustin, alles is hin.

Wieder normales Paschen, dann in normalem Tempo zur ersten Melodie:

D'Lumpen, aber d'Lumpen, aber d'Lumpen san mir,
An iads Diandl schaut, dass's an Lumpasbuam kriagt.

Normales Paschen mit "hohl" und "Hüa".

Abschluss Walzerrundtanz.

Quellen

In der Zeitschrift Das deutsche Volkslied hat Ilka Peter im Jahr 1943 eine fünfteilige Artikelserie über den Schleunigen veröffentlicht, die heute noch lesenswert ist.

  • Der Schleunige, Teil 1, Seite 9-14, Verbreitung des Tanzes.
  • Der Schleunige, Teil 2, Seite 32-36, Figuren allgemein.
  • Der Schleunige, Teil 3, Seite 52-56, Melodie und Gstanzln, sowie Paschen.
  • Der Schleunige, Teil 4, Seite 77-83, Schleuniger aus Ischl.
  • Der Schleunige, Teil 5, Seite 101-104, Abweichung zum Schleunigen aus Ischl und Schluss.

Paschrhythmen

  • Hier sehen sie die diversen Paschrhythmen.

Liedtexte

Auf der Seite "Einige Vierzeiler zu den drei Schleunigen" sind einige Gstanzln zu diesem Tanz angeführt.

Noten

CD

Video