Marschierpolka

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Spazierpolka, Mühlviertel (Altenhof und Pfarrkirchen) und Innviertel (Braunau), Oberösterreich

Ausgangsstellung

Tänzerin rechts neben dem Tänzer, beide blicken in die Tanzrichtung. Die inneren Hände sind bei herabhängenden Armen gefasst.

Tanzbeschreibung nach Hermann Jülg

Takt 1-2: Mit den äußeren Füßen beginnend, drei Gehschritte in Tanzrichtung vorwärts, wobei der Tänzer die gefasste Hand der Partnerin etwas über Hüfthöhe vor und hoch führt. Mit einem vierten, auf der Stelle getretenen Schritt wenden sich die Partner, die gefassten Hände rückführend, zueinander.

Takt 3-4: In gewöhnlicher oder geschlossener Rundtanzfassung mit vier Dreherschritten zwei Umdrehungen mit dem Uhrzeiger. Mit dem letzten Dreherschritt wieder Innenhandfassung und leichtes Ausholen der gefassten Hände nach hinten als Bewegungsauftakt für das kommende Vorschwingen der Arme.

Taenzer25.gif

Takt 5-8 usw.: Wiederholung der Takte 1-4.

Tanzbeschreibung nach Stefan Löscher

Takt 1:' Mit den äußeren Füßen beginnend, zwei Gehschritte in Tanzrichtung vorwärts, wobei der Tänzer die gefasste Hand der Partnerin etwas über Hüfthöhe vor und hoch führt.

Takt 1:' Zueinander drehen, die Tänzerin verhält den Schritt etwas, Hände zurückschwingen und Dreherfassung einnehmen.

Takt 3-4: Zweischrittdreher rechts herum.

Zur Ausführung

An Stelle der oben beschriebenen Rundtanzfassung hat sich in der Volkstanzpflege auch eine Fassung eingelebt, die ein vorheriges Lösen der Innenhandfassung vermeidet. Der Tänzer legt dabei seine Rechte mit der gefassten Linken der Partnerin an deren Rücken in Lendenhöhe an, während er seine Linke mit ihrer Rechten an den eigenen Rücken führt.

Zum Tanz

Diese aus dem Mühlviertel (Altenhof) und dem Innviertel (Braunau) überlieferte Form ist im Oberösterreichischen in ähnlichen Spielarten auch unter dem Namen Spazierpolka, Gehpolka oder Strapazierpolka - letzterer Name wohl in Hinblick auf die oft rasche Ausführungsart - bekannt. In Rhythmus und Bewegung mit der Bayrisch-Polka verwandt, zeigt dieser Tanz das dem Oberösterreicher vom Landler her geläufige Nebeneinanderschreiten und ruhige Vor~ und Rückschwingen der Arme. Die in der Volkstanzpflege beliebt gewordene „Rückenfassung“ mit Anlegen der Hände an die Lendengegend war früher u. a. in Niederösterreich recht gebräuchlich. Vgl. Fig. 9 in R. Zoder, Österreichische Volkstänze II, S. 7, die diese Fassung beim Feistritzer Landler zeigt. Das Paar im Vordergrund des Bildes „Fünfkreuzertanz“ von Michael Neder - Wiener Städtische Sammlungen, 48755 - zeigt eine ähnliche Fassung aus dem Wien der Biedermeierzeit. (Herbert Lager, 1969)

Quelle

CD

Noten

Videos

Grundtanz

Der Tanz gehört zu den erweiterten Österreichischen Grundtänzen.

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